Helmut Berger: Unterschied zwischen den Versionen

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helmut berger - der überirdisch schöne mit dem irren blick. manchen darstellenden künstlern wird physische schönheit zu verhängnis. dank dieser begehrtesten aller qualitäten erlangen sie über kurze zeit kultstatus, der im besten fall nach dem körperlichen verblühen und dem allmählichen verschwinden aus dem business erhalten bleibt. schönheit kann eine bürde sein, denn sie verstellt sehr oft auch den blick auf schauspielerische leistungen. eines der schlagendsten beispiele für eine dieser zwiespältig bewerteten, einer differenzierten betrachtung werten kino-ikonen mit verfallsdatum ist helmut berger, exzentrischer superstar der siebzigerjahre mit schmerzlicher dämmerungs-geschichte. der 1944 im oberösterrechischen kaiserkurort bad ischl geborene helmut steinberger hatte das glück, nach den üblichen erfahrungen in streng konservativer internats-erziehung und diversen ausbruchsversuchen aus einer katholischen, moralinsauren umwelt 1964 in italien einem echten filmgenie zu begegnen. In luchino visconti findet der jungdarsteller mit aristokratischer ausstrahlung und überirdisch-klassischer schönheit den magneten seines privaten lebens wie den motor seiner karriere. helmut berger ist zur richtigen zeit am richtigen ort, denn das zerbröseln konservativer, gesetzlich zementierter moralvorstellungen öffnet auch in der filmkunst neue, aufregende felder. homosexualität und bisexualität werden überall zu themen, der jetset, klatschmedien und die kunst des skandals werden erfunden. dies alles beherrscht und dirigiert berger virtuos vor dem hintergrund großartiger darstellerleistungen unter der führung des nachkommens der mailänder tyrannen. die schillernde charakterrolle des pervers-dekadenten industriellen-erben martin von essenbeck in visconti ausschweifend drapierter und verfremdeter krupp-familiensaga "la caduta degli dei" ("götterdämmerung" oder "die verdammten") wird bergers sensationellste psychostudie bleiben, kaum übertroffen von seinem königsporträt in viscontis huldigung "ludwig II". billy wilder lässt sich angesichts einer marlene-dietrich-travestie bergers in "götterdämmerung" zu dem kompliment hinreißen, dass es außer helmut berger keine interessanten frauen mehr gebe. körperliche makellosigkeit, sensibilität, ja verletzlichkeit, arroganz und ein kräftiger schuss irrsinn sind bergers schauspielerkapital, das auch in vittorio de sicas "der garten der finzi contini und viscontis "gewalt und leidenschaft" hohe zinsen trägt. In dieser letzten zusammenarbeit mit seinem lebensmenschen visconti läuft berger in der rolle der baader-meinhof-terroristenfigur konrad noch einmal zu höchstform auf. eine figur wie helmut berger ist natürlich auch ideales heizmaterial für die filmproduktion zweiter und dritter garnitur. die faszination seiner irisierenden erscheinung verflieg sofort, wenn der ragisseur nicht mit visconti, de sica oder joseph losey ("die romantische engländerin" mit glenda jackson, michael caine und berger) heißt. massimo dallamanos oscar-wilde-vulgarisierung "das bildnis des dorian gray" ist ein musterbeispiel für diese art von ausbeutung eines bedeutenden schauspielers. die masse an b-movies und an fragwürdigen, von der yellow-press gierig beobachteten auftritten und ausrutschern des pionier-jet-setters sollte den blick auf eines der interssantesten und schillendsten film-idole nicht verstellen.
 

Version vom 5. Mai 2007, 01:28 Uhr

Helmut Berger

Helmut Berger (* 29. Mai 1944 in Bad Ischl, Österreich, eigentlich Helmut Steinberger) ist ein österreichischer bisexueller Filmschauspieler.

Helmut Berger wurde 1944 als Sohn einer Hoteliersfamilie geboren. Obwohl er kein Interesse an der Gastronomie und Hotellerie hatte, lernte und arbeitete er zunächst in diesem Bereich. Im Alter von 18 Jahren zog Berger nach London, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und nahm parallel Schauspielunterricht. Nach Sprachstudien in Perugia zog Berger nach Rom.

1964 traf Berger erstmals Luchino Visconti, dessen Lebensgefährte er später wurde. Visconti gab Berger seine erste Rolle in der von ihm verantworteten Episode "La Strega Bruciata Viva" in dem Episodenfilm Hexen von Heute (1967). Seinen internationalen Durchbruch erlebte er als Martin von Essenbeck in Viscontis Die Verdammten (1969).

In seiner wohl bekanntesten Szene überhaupt persifliert Berger in dieser Rolle die Lola, wie sie von Marlene Dietrich in Der blaue Engel gespielt wird. Als der Höhepunkt von Bergers schauspielerischem Schaffen gilt Viscontis Ludwig, wo er den bayerischen Märchenkönig Ludwig II. von der blühenden Jugend bis zum verkommenen Ende porträtierte und dabei einen von den eigenen Schwächen und psychischen Untiefen gezeichneten, nervös-paranoiden Herrscher des Verfalls vorstellte.

Der Tod Viscontis 1976 stürzte Berger in eine tiefe persönliche wie finanzielle Krise. Viscontis Testament, in dem Berger als Erbe eingesetzt worden sein soll, war überraschenderweise nicht mehr auffindbar. Ein früherer Freund und Begleiter Viscontis, der Regisseur Franco Zeffirelli, hat sich seither in der Öffentlichkeit wiederholt sehr kritisch über Berger geäußert, dem er vorwarf, seinen Mentor auszunutzen. Neben einem Suizidversuch am ersten Todestag Viscontis hatte Berger starke Probleme mit Alkohol und anderen Drogen. Neben Auftritten in B-Movies und kleineren, ambitionierten Produktionen arbeitete Berger in Folge auch für das Fernsehen (Der Denver-Clan). Doch hat sich nach Visconti nie mehr ein Regisseur gefunden, der Bergers Potenzial zu nutzen verstand.

Neben seinem filmischen Schaffen war Berger wegen seines ausschweifenden Lebens und seiner offen bekannten Bisexualität ein immer wieder gern gesehener Gast in Talksendungen. Unter anderem erzählte er von erotischen Abenteuern mit der Schauspielerin Marisa Berenson – die ihn angeblich heiraten wollte – sowie Mick Jagger. Im März 1996 war er in der Harald Schmidt Show, nach einer durchzechten Nacht, sichtlich unter dem Einfluss von Drogen stehend, zu Gast. "My Ex!" war seine Antwort, als Harald Schmidt Jerry Halls Besuch nach Ostern desselben Jahres ankündigte.

1998-2002 wohnte er in Stuttgart bei Laura Halding-Hoppenheit der Besitzerin des Kings Club Stuttgart. Die Zeit einer Hassliebe. "Er ist hochintelligent - aber leider war er von 24 Stunden immer nur zwei Stunden lang ansprechbar" so Halding-Hoppenheit, die ihn 2002 nach Salzburg zu seiner Mutter in einen Zug setzte.

2004 zog Berger, dabei mit viel Aufmerksamkeit durch österreichische Medien bedacht, von Rom nach Salzburg zu seiner Mutter, negierte jedoch finanzielle Schwierigkeiten und betonte, lediglich auf der Suche nach einer neuen römischen Bleibe zu sein. Zudem gab er an, jeglichen Drogen abgeschworen zu haben.

Berger erhielt 2007 einen "SPECIAL Teddy Award", den schwullesbischen Preis der Berlinale für sein Gesamtwerk.

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