Luchino Visconti: Unterschied zwischen den Versionen

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Auch wenn er dies nie in besonderer Weise betonte, war Viscontis Homosexualität offensichtlich und er scheute sich nie, mit seinen Freunden und Begleitern gesehen zu werden, u. a. mit dem deutschen Schauspieler [[Udo Kier]]. Viscontis letzter, längerer Lebensgefährte war seit 1964 der österreichische Schauspieler [[Helmut Berger]].
 
Auch wenn er dies nie in besonderer Weise betonte, war Viscontis Homosexualität offensichtlich und er scheute sich nie, mit seinen Freunden und Begleitern gesehen zu werden, u. a. mit dem deutschen Schauspieler [[Udo Kier]]. Viscontis letzter, längerer Lebensgefährte war seit 1964 der österreichische Schauspieler [[Helmut Berger]].
  
luchino visconti
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luchino visconti zum 100. geburtstag - der groeßte aesthet des kinos auf dem weg in die vergessenheit. wer hat heute noch zeit, halbe tage im kino zu verbringen ? kann man von menschen, die kaum ihre aktuellen regierungen kennen, wirklich verlangen, mit details der garibaldi-zeit oder den sitten und gebraeuche der sizilianischen hocharistokratie odes des bayerischen koenigshofes vertraut zu sein ? luchino visconti verlangte dies und noch viel mehr an klassischen bildungsinhalten von seinem publikum. dieses hat noch vor dreißig Jahren existiert und zum beispiel über die "deutsche trilogie" des ebenso genialen wie exzentrischen sprosses der beruechtigt tyrannischen herrscherdynastie mailands diskutiert: "die verdammten" - eine paraphrase auf die krupp-familiengeschichte - "tod in venedig" - die delikateste paedophilen-hommage aller zeiten nach der novelle thomas manns und "ludwig II" - eine wagnerianisch ausufernde liebeserklärung an den schoenheitswahn des muenchner maerchenkoenigs und an den geliebten helmut berger in der titelrolle - all dies erregte trotz brutaler kuerzungen und entstellungen durch die filmindustrie die gemueter. heute werden diese meisterwerke von der geschichts-ahnungslosen generation des schnellen blickes und des fluechtigen konsums in die kategorie "vergammelter schinken" abgeschoben. dasselbe schicksal erleiden filmgeschichts-juwelen wie "senso", "der leopard", "gewalt und leidenschaft", "die unschuld", aber auch die grandiosen gruendungswerke des fast vergessenen Italo-Neorealismus wie "ossessione", "rocco und seine brueder" und "die erde bebt". visconti war neben ingmar bergman ueber jahrzehnte die monumentalste figur des europaeischen kinos, ein wahrer fels in der brandung wechselnder moden - trotz der gescheiterten riesenprojekte ueber prousts "verlorene zeit" und thomas manns "zauberberg". wie wenige sonst stellte er an das filmische erzaehlen den anspruch absoluter kunst. wenn auch die dekadente aura des homosexuellen, im umgang mit seinem produktionsapparat gnadenlosen herrschers sowie die auswahl der stoffe visconti stets mit der staubschicht der vergangenheit zu bedecken schien, so konnten doch wichtige regisseure nicht an seinem stilpraegenden werk vorbeigehen. wie man vielschichtige charaktere durchdringend zelebriert, durch die kamera erotisiert und das atmosphaerische zaubert, das haben unter vielen anderen zeffirelli, fassbinder, cimino, bertolucci und scorsese von diesem scheinbar so altmodischen filmschoepfer gelernt. zwei schauspieler haben fuer visconti zentrale bedeutung. in burt lancaster war das klonhafte spiegelbild gefunden, ein melancholischer abschiednehmer von der erlesenen vergangenheit. helmut berger war ganz das kunst-geschoepf seines vaeterlichen lovers, das Inbild einer kaprizioesen, arroganten maennerschoenheit. die verachtung buergerlicher moralnormen war immer viscontis schaffensmotor. der fuerstliche marxist machte die katastrophe des aufbegehrenden außenseiters zu seinem großen thema. zwischen proletariern und patriziern sah er diesbezueglich keinen unterschied. visconti wurde am 2. november 1906 geboren. er starb 1976, dem jahr, im dem sein unmittelbarer stil-erbe bertolucci mit dem gigantischen arbeiter-epos "1900" kinogeschichte schrieb.
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[[Kategorie: Regisseure|V]]

Version vom 5. Mai 2007, 01:27 Uhr

Luchino Visconti


Luchino Visconti, Herzog von Modrone (* 2. November 1906 in Mailand; † 17. März 1976 in Rom) war ein schwuler italienischer Schriftsteller, Theater- und Filmregisseur.

Aus der aristokratischen Familie der Visconti in Mailand stammend (einer der reichsten in Norditalien), ging er mit 30 Jahren nach Paris und begann seine Karriere 1936 als Assistent von Jean Renoir. Nach einer kurzen USA-Reise, bei der er auch Hollywood besichtigte, kam er zurück nach Italien, um 1939 erneut als Renoirs Assistent zu arbeiten, jetzt bei dem Film La Tosca, dessen Produktion kriegsbedingt unterbrochen und später vom deutschen Regisseur Karl Koch beendet wurde.

Zusammen mit Roberto Rossellini trat Visconti dem salotto Vittorio Mussolinis bei, dem Sohn von Benito Mussolini und seinerzeit nationalem Kulturzensor, wo er vermutlich auch Federico Fellini traf. Mit Gianni Puccini, Antonio Pietrangeli und Giuseppe De Santis schrieb er das Drehbuch seines ersten Films als Regisseur: Ossessione (Obsession) (1943), ein Werk, das eine neue Stilrichtung, den Neorealismus, begründete, der dem italienischen Nachkriegsfilm wesentliche Impulse gab.

Visconti war ebenso ein gefeierter Theaterregisseur. In den Jahren 1946–1960 brachte er viele Aufführungen der Rina Morelli-Paolo Stoppa-Kompagnie mit Vittorio Gassman auf die Bühne, und bis in die 1970er Jahre war er für das Sprechttheater tätig. Bedeutend war auch seine Tätigkeit als Opernregisseur, die ihn u. a. an die Mailänder Scala, die Wiener Staatsoper und die Londoner Covent Garden Opera führte, wo er vor allem Opern von Giuseppe Verdi - darunter 1953 eine berühmte Traviata an der Scala (Dirigent Carlo Maria Giulini) oder der vielgelobte Falstaff (Dirigent Leonard Bernstein) 1966 an der Wiener Staatsoper -, aber auch von Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Puccini oder Richard Strauss in Szene setzte.

1948 schrieb er und inszenierte später auch La terra trema (Die Erde bebt), nach dem Roman I Malavoglia von Giovanni Verga.

Visconti hatte während seiner Pariser Zeit kommunistische Sympathien entwickelt. Er wurde 1944 wegen Widerstandstätigkeiten gegen den Faschismus verhaftet. Nach dem Krieg trat er öffentlich für die KPI ein. Der Konflikt, der sich aus dieser Weltanschauung und seiner Herkunft aus einem der ältesten und reichsten Adelsgeschlechter Italiens ergibt, ist in seinen Werken spürbar. Er selbst, finanziell immer unabhängig, traditionell erzogen und umfassend gebildet, betrachtete sich einer vergangenen Welt, der des 19. Jahrhunderts, zugehörig. In dem Film 'Il Gattopardo' (Der Leopard) thematisiert er das Vergehen einer alten Gesellschaftsordnung und das Aufgehen 'moderner Zeiten'. Der Revolte von 1968 stand er ablehnend gegenüber.

Auch wenn er dies nie in besonderer Weise betonte, war Viscontis Homosexualität offensichtlich und er scheute sich nie, mit seinen Freunden und Begleitern gesehen zu werden, u. a. mit dem deutschen Schauspieler Udo Kier. Viscontis letzter, längerer Lebensgefährte war seit 1964 der österreichische Schauspieler Helmut Berger.

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