Vereinzelung: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 1. Januar 2012, 16:38 Uhr

Natürlich gibt es kein Gegenargument zur These: "Sexualität ist Privatsache".

Nur eben: Wer auf diesem Standpunkt steht, der darf sich dann aber auch nicht beschweren, Nachteile aufgrund seiner sexuellen Orientierung zu erleiden. Dies mag zunächst als Provokation klingen, ist es aber nicht. Viele drehen der Szene den Rücken zu, erwarten aber, daß die Szene "Privilegien" erkämpft. So etwas geht natürlich nur solange gut, solange es die Szene noch gibt.

Erste Vereinzelungserscheinungen sind offensichtlich:

  • CSD's mit fast nur noch Bewirtungs-Ständen und kaum noch Info-Ständen (der CSD droht zunehmends, dann zu einem lebischwulen Weihnachtsmarkt zu verkommen)
  • Paraden, in denen nur noch der Glamour-Faktor beachtung findet (die CSD-Parade droht zunehmends, dann zu einer lebischwulen Muppets-Show zu verkommen)
  • das Szenesterben in den Großstädten
  • das Schwinden der Inhalte bis hin zur völligen Inhaltslosigkeit (mal vom extrem wichtigen Thema AIDS und Prävention abgesehen)

mögliche Lösungsansätze

Nehmen wir mal an, in 20 Jahren wäre das Thema AIDS medizinisch gelöst. Dann wäre es für die Szene im Jahre 2032 - sollte sie immer noch im Zustand von 2012 sein - doch die Inhaltskatastrophe schlechthin, denn sie hätte dann fast gar nichts mehr an Themen.

Ein möglicher Lösungsansatz wäre neue Themen zu finden. Doch dies ist selbstverständlich nicht leicht.

Der klassische Lösungsansatz wäre, alte Themen mal wieder aufzupolieren. Doch diese Themen sind nicht ohne Grund in der Versenkung verschwunden (z.B. das Thema "schwuler Staat", da sich dieser einzig auf einer unbewohnten Insel oder auf der Antarktis ohne Krieg realisieren ließe. Doch wer möchte denn dann - erfolgreiche Gründung mal vorausgesetzt - dorthin?).

Sobald wieder mehr inhaltlich gearbeitet werden würde, ließe sich dann der Teufelskreis aus Inhaltslosigkeit und Vereinzelung wieder durchbrechen.