Biphobie

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Biphobie bezeichnet die Angst vor, Diskriminierung gegen oder Hass auf Bisexuelle, kann sich in der Praxis aber auch auf Pansexuelle ausdehnen. Die Biphobie muss nicht mit Homophobie oder Heterophobie einhergehen, da es über Bisexuelle eigene spezifische Stereotypen und Vorurteile gibt.

Biphobische Stereotypen

Einige bisexuelle Stereotypen beinhalten u.a.: Promiskuität, Polygamie, Swingerlebensstil und Verwirrtheit. In manchen Fällen werden Bisexuelle beschuldigt, sexuell übertragbare Erkrankungen in die heterosexuelle oder lesbische Gemeinschaft einzubringen. Ein hiermit zusammenhängender Stereotyp ist, dass angenommen wird, ein Bisexueller wolle mit jedem Sex haben. Dieser Stereotyp führt zur unerwünschten Aufmerksamkeit sexueller Natur, die sich von Swingern und heterosexuellen Männern auf bisexuelle Frauen richtet, während bisexuellen Männern ein erhöhtes AIDS-Risiko nachgesagt wird.

Allerdings wird auch oft von Heterosexuellen und Homosexuellen weitere Stereotypen hinzugefügt, die auf Homophobie bzw. Heterophobie basieren. Homophobe können glauben, dass Bisexuelle unangepasste Homosexuelle seien. Heterophobe denken oft, dass Bisexuelle ihre heterosexuellen (?) Privilegien aufrechterhalten und mit den Homophoben kollaborieren, während sie gleichzeitig die homosexuelle Lebensweise geniessen. Manche ziehen die Möglichkeit in Betracht, dass der Glaube, es gäbe entweder hetero- oder homosexuelle Menschen, aber Bisexualität gäbe es in Wirklichkeit nicht (ein ziemlich allgemeiner Glaube unter Heterosexuellen und Homosexuellen, welche unter die Kategorie Monosexualität fallen), eine biphobische Aussage sei.

Eine im Jahre 2005 veröffentlichte Studie besagt, dass Männer, die sich selbst als Bisexuelle identifizierten, nicht genauso auf homosexuelle Pornographien reagierten, in denen entweder nur Männer oder nur Frauen vorkamen, sondern eine viermal so hohe Erregung entweder bei schwulen oder lesbischen Pornographien zeigten [1]. Allerdings impliziert Bisexualität nicht das gleichzeitige Vorhandensein von schwulem und lesbischem Interesse. Ausserdem sind die Gegner der Studie der Meinung, dass die sexuelle Erregung durch homosexuelle Pornographien kein guter Indikator zur Orientierung sei. Sie wiesen auch darauf hin, dass ein Drittel der Männer keine Erregung hatte, und fragten, warum dies nicht bedeuten würde, dass dieses Drittel asexuell sei.[2]

Ein allgemeiner Beweggrund für eine negative Haltung gegenüber Bisexualität unter Lesben ist die Angst davor, dass eine bisexuelle Frau eine Frau für einen Mann verlassen würde. Bisexuelle Personen können von solchen Leuten, die nur Heterosexualität als geeignete Sexualität berücksichtigen (Heteronormativität), zur Zielscheibe von Homophobie werden. Das Gegenteil kann auch zutreffen, dass Bisexuelle zur Zielscheibe von Heterophobie oder Diskriminierungen von Homosexuellen werden - dies ist besonders gegenüber bisexuellen Männern verbreitet.

Viele Anti-Bisexuelle glauben auch, dass Bisexualität ein Trend besonders unter Jugendlichen sei, der von bisexuellen Musikern, Schauspielern usw. popularisiert wurde. Manche glauben auch, es sei eine Stufe der Adoleszenz, welche jeder Mensch durchlaufen und daraus herauswachsen würde und deshalb seien Bisexuelle schlechtere Menschen, die diese Phase aufbauschen würden. Manche sehen in Bisexualität nichts anderes als den Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen. Allerdings gibt es für diese Behauptungen keine wissentschaftlichen Grundlagen.

Weblinks

Biphobia in der englischen Wikipedia

Quellen

  1. G. Rieger: Sexual Arousal Patterns of Bisexual Men, Psych Science Vol 16, Nr 8, August 2005 (Bericht über Studie)
  2. National Gay and Lesbian Task Force:The problems with "gay, straight or lying" PDF



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